Der letzte Wolf im Hochwald

Der letzte Wolf im Hochwald

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Begegnung mit dem letzten Wolf im Hochwald
Am 25. März 1901 starb auf der Lochenmühle bei Sensweiler im Alter von 39 Jahren Karoline Loch geb. Schuster. Ihr war es beschieden, dem letzten im Hochwald erlegten Wolf zu begegnen, ohne dass sie ihn als Wolf erkannte. Sie war in Hüttgeswasen geboren. Dort war nach der Übernahme der preußischen Verwaltung im 19. Jahrhundert eine Poststelle eingerichtet worden, die dem Verkehr der Linien Morbach‑Birkenfeld und Thalfang‑Birkenfeld diente. Hüttgeswasen war der Treffpunkt der Postwagen dieser Richtungen und zugleich auch Raststätte für Reisende. Neben dem Gasthaus Gettmann und einem Forsthaus bestand dort seit Einrichtung der Post ein weiteres Gasthaus, das die Poststelle betreute. Die ersten Inhaber der Poststation stammten aus Allenbach. Im Jahre 1837 besorgte den Postdienst Johann Peter Steuer mit seiner Ehefrau Maria Christiana Neurnann, beide aus Allenbach. Ihre 1837 geborene Tochter Maria Susanne Steuer heiratete im Jahre 1855 den Schneider Johann Friedrich Schuster aus Sensweiler, der die Poststelle übernahm. Dieser Ehe entstammt die oben erwähnte Karoline Schuster. Sie war am 31.05.1861 geboren.
Für das Jahr 1849 werden für Hüttgeswasen drei Wohnhäuser mit 18 Einwohnern erwähnt. Ihr Leben in der einsamen Waldsiedlung mag wohl recht eintönig verlaufen sein; Neuigkeiten und Nachrichten aus der nahen und weiten Welt erfuhr man nur durch die wenigen Reisenden. Vater Schuster hatte die Postlinie nach Thalfang zu befahren. Daneben betrieb man eine bescheidene Landwirtschaft, betreute die zum Wechseln der Gespanne nötigen Pferde und hatte an bestimmten Tagen der Woche Briefe nach Thranenweiher und Börfink auszutragen oder abzuholen.

Wer so in der Einsamkeit wohnte, lernte früh seine Beine gebrauchen. Das galt auch für die kleine Karoline Schuster. Ihr täglicher Schulweg nach Allenbach war fast eine Stunde lang, dazu holprig und beschwerlich. Aber in der achtjährigen Schulzeit wurde das Waldkind abgehärtet, lernte zupacken und verlor die Angst vor allem, was der Wald an Geheimnissen birgt. Mit jungen Jahren übernahm sie schon den Briefdienst nach Thranenweiher und Bärfink. Und auf diesem Wege geschah es‑. sie begegnete dem letzten Wolf des Hochwaldes. Der Winter 1878/79 war lang und hart. Rund um den Erbeskopf lag wochenlang hoher Schnee, war alles in Eis und Frost erstarrt. Und da wechselte wie in früheren Wintern mal wieder ein Wolf aus den Wäldern Lothringens über die Saar, fand Unterschlupf in den ausgedehnten Forsten im hinteren Hochwald und drang bis in den Bereich des Erbeskopfes vor. Das war lange nicht mehr vorgekommen. Aus dem Jahre 1849 berichtet Bärsch in seiner Beschreibung des Regierungsbezirks Trier: "Das Wild leidet sehr durch die Wölfe. Obgleich bedeutende Prämien auf die Erlegung dieser schädlichen Tiere ausgesetzt sind, so lassen sich solche doch nicht ausrotten, weil im Winter aus dem angrenzenden belgischen Gebiete, besonders aus den Ardennen, ganze Scharen Wölfe in den Regierungsbezirk kommen."
Das betraf aber mehr die Westeifel. Im Bereich des Erbeskopfes waren erlegt wor­den: 1834 eine Altwölfin (Förster Brenner, Einschiederhof), 1835 eine Altwölfin (Förster Harlfinger), ein Aftwolf (Oberförster Habermann). Seither war es ruhiger geworden. Und nun war es wieder unruhig im Wald. Das Wild hielt nicht mehr in den Dickungen, es brach beim geringsten verdächtigen Geräusch aus, selbst beim vertrauten Anblick von Waldarbeitern und Förstern. Man fand Reste von gerissenen Rehen und Hirschen, stieß auf eine starke fremde Fährte, die weder vom Fuchs noch vom Hunde stammte: die Unruhe im Wald konnte nur von einem eingewechselten Wolf kommen. Das gab Alarm im Forstbezirk Dhronecken. Aber noch war der Wolf nicht gesichtet. Karoline Schuster machte ihren gewohnten Postgang. Ohne daß sie etwas von dem Wolf wußte, stapfte sie mühsam durch den hohen Schnee, eingewickelt in Mantel und dicke Tücher. Da stand plötzlich seitwärts ihres Weges am Anfang einer Schneise "ein großer Hund, so groß, wie ich noch keinen gesehen habe", so berichtete sie bei der Heimkehr. Das Tier äugte einige Zeit zu der gewohnten Erscheinung des 18jährigen Mädchens herüber und verschwand dann rasch und lautlos. Karoline Schuster ahnte nicht, daß sie einem Wolf begegnet war. Ihr fiel nur auf, daß das Tier sehr groß war und sie "wiescht besehen" hatte. Besondere Angst hatte das an einsame Wege gewöhnte Mädchen nicht, auch nicht vor einem Hund, und dann ahnte sie ja auch nicht, wer vor ihr stand. Sie ging ruhig ihres Weges, und der Wolf, in der Regel als Einzelgänger vor den Menschen feige, vielleicht auch bei reichlicher Jagdbeute satt, verdrückte sich ebenso still und leise wie der einsame Wanderer, ohne ihn zu belästigen, weiterging.

Erst der Bericht der Karoline Schuster zu Hause von dem großen Hund, wie sie noch keinen gesehen hatte und der sie so böse angeschaut habe, ließ den Förster von Hüttgeswasen ahnen, das müsse der vermutete Wolf gewesen sein. Der Wolf war bestätigt, es gab jagdalarm, und am 12. Januar 1879 fiel der letzte Wolf im Hochwald unter der Kugel des Försters Teusch aus Deuselbach.

Erst hinterher wurde man sich in der Familie Schuster der Gefahr bewußt, in der die Tochter geschwebt hatte. Obwohl man aufatmen konnte, weil der Wolf erlegt war, wollte die nachträgliche Furcht vor dieser Begegnung lange nicht schwinden. Aber Leben und Dienst gingen weiter, Karoline Schuster heiratete bald darauf den aus Reil stammenden Müller Josef Loch, der seine Mühle in der Schalesbach aufgab und als Posthalter, Gastwirt und Postillion die Stelle seiner Schwiegereltern übernahm.

Auf Hüttgeswasen wurden noch zwei seiner Kinder geboren, dann brannte plötzlich sein Anwesen aus unbekannter Ursache nieder. Man gab es aber nicht auf lind baute ein neues Post‑ und Gasthaus. Als auch dieses nach zwei Jahren unerwarteten Flammen zum Opfer fiel, verließ die Familie Loch Hüttgeswasen, übernahm zunächst für kurze Zeit eine Mühle in Langweiler und dann die freigewordene Litzenburgermühle bei Sensweiler.

(Quelle : Beiträge zur Geschichte des Ortes Wirschweiler von Ernst Rudy © 1987, OG Wirschweiler)

Eisenwerke im Hunsrück

Eisenwerke im Hunsrück

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Literatur zu Eisenhütten, Kupferschmelzen, Eisen-/Stahlhammer im Hunsrück / Hochwald        (zusammengetragen von Edwin Bock im September 2010)

Hammer- und Pochwerke im Hunsrücker Raum und deren Arbeitsweise

- Kupfer- und Eisenschmelzen -

Geschichtliche Entwicklung

Die Eisenschmelzerei im Hochwald blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon bevor Cäsar 58 - 51 v. Chr. mit der Eroberung von Gallien begann, war ein Eisenschmelzen nicht unbekannt. Während der römischen Besatzung und danach kam dann allerdings dieses Handwerk zum größten Teil zum Erliegen. Die Bevölkerungskonzentration löste sich vorallem während der Frankenzeit (um 455 n. Chr.) weitestgehend auf. Die Nutzbarmachung von Bodenschätzen war bis zum Jahre 1356 fest in königlicher Hand. Mit Karl IV. änderte sich die Rechtsauffassung und die Vorrechte zur Nutzung von Mineralien gingen an die Landesherren über. Diese konnten nun, da hierzulande nicht genug Fachkräfte vorhanden waren, Bergleute und Schmelzer, unter Einräumung besonderer Vorrechte, ins Land locken. Zu den Vorrechten gehörten beispielsweise:

  • Recht, Waffen zu tragen
  • Recht der freien Religionsausübung (nach 1555)
  • Befreiung von Frohnden usw.

Natürlich mussten für den Erzabbau entsprechende Gebühren und Abgaben an den Landesherren entrichtet werden. Die Eisenverhüttung wurde durch den 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) fast völlig zum Erliegen gebracht und erholte sich erst später langsam wieder.

Die Voraussetzungen zum Bau einer Schmelze waren im Hochwald bestens gegeben:

  • Eisenerz
  • Holz (für die Holzkohlengewinnung)
  • Wasser (für den Antrieb der Pochhämmer und Hammerwerke)

Gründungsdaten einiger Schmelzen und Hammerwerke

Eisenschmelzen

  • Abentheuer Hütte (1499)
  • Allenbach (1439)
  • Asbacherhütte (um 1700)
  • Bettingen (um 1710)
  • Bierfeld (vor 1757)
  • Damflos (1619)
  • Herrschaft Eberswald (1577)
  • Gräfenbach (1712)
  • Hammerbirkenfeld (1714)
  • Hochscheid (1537)
  • Kastel (1611)
  • Katzenloch (1758)
  • Mariahütte (1722)
  • Münchweiler (1736)
  • Nonnweiler (1698)
  • Nunkirchen (1715)
  • Pluwigerhammer (nachweisbar um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert)
  • Rheinböllerhütte (1598)
  • Röderbach (1708)
  • Ruwer (1655)
  • Amt Saarburg (1618)
  • Schwebelbach / Saarhölzbach (1614)
  • Schweppenhausen (1714)
  • Sensweiler (um 1700)
  • Simmerhammer (1786)
  • Stromberger Hütte (um 1605)
  • Stromberger Neuhütte (1714)
  • Thalveldenz (1725)
  • Weiperath (1773)
  • Weitersbach (1700)
  • Züsch (um 1627)

Detaillierte zeitliche Informationen zeigt die Datenübersicht der Eisen- und Hammerwerke im Hunsrück bis etwa 1800.

 

Kupferschmelzen

  • Allenbach (obere Schmelze) (vor 1461 - 1830/40)
  • Allenbach (untere Schmelze) Fischbacher, später Kautenbacher Gewerkschaft (vor 1461-1801)
  • Fischbach/Nahe (vor 1473 - 1738/39)
  • Idar (1720 - 1742)
  • Kastel/Prims (1721 - 1741)
  • Kirschweiler (ca. 1546)
  • Mörschied (1514 - 1515)
  • Nohfelden (vor 1454)
  • Röderbach (1708 - 1748)
  • Veldenz (1730 - 1781/83)

 

Arbeitsweise und wesentlichen baulichen Bestandteile eines Hammers

Der angelegte Stauweiher sorgte für einen gleichbleibenden Wasserfluss auf die Wasserräder. Jede Maschine, Pochwerk, Blasebälge für den Stückofen und der eigentliche Hammer, hatten ihr separates Wasserrad. Der erste Arbeitsgang bestand in der Handausscheidung der Erzstücke, die meist von Kindern (Pocher- od. Puchjungen bzw. auch "Erzengeln") gemacht wurde. Danach kamen die zerkleinerten Erze ins Waschwerk oder auch Erzwäsche genannt. Durch Ableitung von Bachwasser wurden die Erzteile eine gewisse Strecke mitgeführt und setzten sich dann durch das Schwerkraftprinzip in speziellen Gräben oder Sümpfen ab. Die leichteren Bestandteile wurden durch die Fließkraft des Wassers weggeführt. Dieser letzte Schritt kam auch nach dem Zerkleinern im Pochwerk zum Tragen.

Pochwerke

Erste sicher belegte schriftliche Erwähnung eines Trockenpochwerkes findet sich bereits 1492 in Scharl (Südostschweiz). Die ersten Nasspochwerke sind um 1512 aus Schwaz belegt und fanden durch einen gewissen "Technologietransfer" den Weg ins sächsische Erzgebirge. 1524 wurde das Trockenpochwerk aus dem Harz in den Hunsrücker Raum eingeführt und schließlich 1570 durch die besseren Naßpochwerke ersetzt.

Das Pochwerk diente zum Zerkleinern der Erzstücke. Je kleiner das Erz gepocht wurde, meist bis etwa Nussgröße, um so energiesparender und schneller war der Schmelzvorgang.

A. Gurlt berichtet 1877 dazu: Ein Pochwerk besteht aus drei oder fünf Pochstempeln, die durch eine Pochwelle mit Welldaumen abwechselnd gehoben und auf eine Pochsohle fallen gelassen werden, auf der sich das zu pochende Erz befindet. Die Pochstempel sind hölzerne Balken, an derem unteren Ende vierkantige Pochschuhe oder Pocheisen aus Gusseisen mit Ringen befestigt sind, und ihr Gewicht beträgt 250 bis 300 Pfund. Die Stempel stehen in einem soliden hölzernen Pochgerüst und werden von Führungsplatten in ihrer aufrechten Stellung erhalten. Je drei oder fünf Pochstempel bilden einen Pochsatz, dessen unterer Teil der Pochtrog oder die Pochlade mit der Pochsohle ist. Während des Pochens fließt ununterbrochen Wasser durch den Pochtrog, welches das zu feinem Mehl zerpochte Erz mit sich führt und austrägt.

Der Erzschlamm wurde auf die Waschherde gebracht, weiter nach Erz und Fremdteilen getrennt und zum Schmelzofen befördert. Dieser Stückofen war etwa 3 Meter hoch und arbeitete nach dem Rennfeuer-Prinzip, wurde dann später durch den eigentlichen Hochofen ersetzt (siehe auch Mineralienportrait/Eisen).

Das Roheisen wurde in Blöcken (auch Gösse oder Masseln genannt) zum Hammerwerk gebracht und dort zu verwertbarem Eisen weiter geschmiedet. In der Schneidmühle wurde die geschmolzene Luppe mit Setzeisen in kleinere Stücke zur Weiterverarbeitung zerteilt.

Kupfer wurde in mehreren Röstvorgängen konzentriert. Das beste Kupfer europaweit kam aus der Schmelze von Fischbach/Nahe.

Hammerwerke

Je nach Verwendung und Produkt kamen unterschiedliche Hämmer zum Einsatz. Die Luppe kam zuerst unter den Groß- bzw. Grobhammer. Zum Dichten und Ausschmieden der Luppe waren schwere Hämmer mit langsamem Gang geeignet. Dies waren die sogenannten Aufwerfhämmer. JOHANNSEN gibt für das 18. Jahrhundert das Hammergewicht eines Aufwerfers mit 250-300 kg an, wobei der Hammer pro Minute bis zu 100 Schläge machen konnte. KELLER dagegen benennt für den Bereich Hunsrück das Bärgewicht der Großhämmer mit ca. 300 Pfd. bei einer Schlagzahl von 60-80 Schlägen pro Minute. Die meisten Hammerwerke des Hunsrückes waren mit Grobhammer ausgestattet und brachten Stangen-, Stab- oder Grobeisen in den Handel. Diese Waren wurden dann zur Weiterverarbeitung an die spezialisierten Hammerwerke geliefert.

Hiernach kamen dann leichtere Hämmer mit höherer Schlagzahl zur Anwendung, meist Schwanzhämmer. Der Hammerstiel des Schwanzhammers arbeitete im rechten Winkel zur Welle des Wasserrades. Das Gewicht der Schwanzhämmer, deren Schlagzahl bei rund 200 Schlägen pro Minute lag, variierte je nach Art des zu bearbeitenden Eisens zwischen 60-85 kg.

Der Kleinhammer war der häufigste Typus und war oft direkt im näheren Umkreis der Grobhämmer angesiedelt. Mit Kleinhämmern wurde das übliche Kleineisen für landwirtschaftliche Geräte oder Haushaltsgegenstände gemacht. Als Beispiel seien genannt: Zangen, Kellen, Schaufeln, Spaten, Sensen, Pfannen usw.

Teils ging aber auch das Eisen des Grobhammers direkt zu einem Blechhammer. Dieser verfügte über eine breite Oberfläche. Hier wurden z.B. Eisenbleche, Band- oder Radeisen hergestellt.

Einmalig im Hunsrücker Raum war ein Polierhammer. Der Hammer diente zum Polieren von Kriegsmaterial wie Kugeln oder Haubitzen. Der Stahlhammer dagegen war erst für das 18. Jahrhundert belegt und fertigte u.a. Nägel, Sensen oder Messer.

Quellenangaben

    • Verfasser: rtbstone
    • Skript: Erzgräberei und Eisenverhüttung im Hochwald
    • Geschichte der Lebacher Erzgruben
    • Kupferschmelzen u. Kupferbergbau an der oberen Nahe und an der Mosel vom Mittelalter bis zum 18. Jh.
    • Rentrich u. sein Eisenwerk, der "Lottenhammer"
    • Erz und Eisen im Hochwald
    • Die ehemalige Eisenschmelze Fischbach/Saar (1728-1866)
    • Eisengewinnung u. Eisenverarbeitung in der Pfalz im 18. u. 19. Jh.
    • Das Eisenhüttenwesen des Hunsrücks
  • web Seiten u. eigene Bilder

 

Aus der Dorfchronik von Bruchweiler

 Nach den Wirren und Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges und der nachfolgenden Zeit war die Nachfrage nach Eisenwaren und Geräten ungeheuer groß. So erstanden bald neue Eisenwerke, Eisen- und Kupferschmelzen und Hammerwerke. Schon 1670 entstand die Asbacher Hütte, die ihre Erze aus den Erzgruben bei Niederwörresbach und Berschweiler bezog, wo damals reiche Eisenvorkommen entdeckt wurden. Hinzu kam 1714 der Hammer Birkenfeld – volkstümlich „Schippenhammer“ genannt - , das Stahl-Hammerwerk in Sensweiler und 1758 das Hammerwerk Katzenloch, sowie die Allenbacher Kupferschmelze, die ab 1802 zum Eisenhammer umgebaut wurde. In den Hammerwerken wurde das auf der Asbacher Hütte erzeugte Eisen zu den verschiedensten Eisenwaren verarbeitet. Außer Schmieden wurden vor allem Köhler und Fuhrleute benötigt. Die Hüttenbetriebe ließen so Handel und Gewerbe wieder langsam aufblühen. Es wird berichtet, dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts hunderte Familien unserer Gegend Arbeit und Unterhalt durch die Stummschen Hüttenwerke fanden, sei es als Sandformer, Sandgießer,Modelleure, Metallstecher oder Kohlenbrenner, Erzgräber und Fuhrleute. Die Hüttenerzeugnisse wurden nach allen Verkehrsrichtungen verfrachtet. Die Fuhrleute kamen nach Mainz, Koblenz, Köln, Trier, Luxemburg und anderen Orten.

 

 Beiträge zur Geschichte der Abentheuerer Eisenhütte

 (siehe auch Beiträge aus  der Lokalpresse)

 

http://www.heimatverein-abentheuer.de/2002abentheuererhuette.htm

 

 Aus Genforum von Generalogy.com 

The "Butzes are a family of hammersmiths originating in Dombach near Camber in the Taunus hills, Hessen (Germany). Four Butzes, maybe brothers, came to the Hunsruck mountains in the late 1720's." [JKB] -Johan Heinrich Butz and his wife Anna Eva (____), mentioned at Grafenbacher Hutte between 1729 and 1732 (.) -Christian Butz and his wife Anna Barbara ROTH, mentioned at Grafenbacher Hutte between 1729 to 1731, at Asbacher Hutte in 1732 (and) near Bischofsdhron in 1737. -Johannes Butz and his wife Anna Margaretha (____), mentioned at Grafenbacher Hutte in 1731, at Katzenlocher Hammer from 1737 to 1742 (and) at Sensweiler Hammer in 1758. -Johann George Butz and his wife Maria Margaretha PAULI, mentioned at Katzenlocher Hammer between 1737 and 1742, at Asbacher Hutte from 1746 on. Maria Margaretha (PAULI) died at Kastle iron forge December 12, 1772, and on (August) 24, 1773(...) the widower Johan Georg Butz was married again at Birkenfeld. He was now a hammersmith at Abentheuerhutte and his second wife was Maria Elisabeth Herschbach of Birkenfeld." JKB: Jane Butts Kilgore, descendant of James Beaver BUTTS who was a son of John Henry BUTZ / BUTTS and grandson of the married couple Johann Wilhelm (John William) BUTZ and Maria Magdalena KURTZ BUTZ, 2007.

BUTZ PARENTS (of Johann Wilhelm / John William BUTZ)
Families often tried to stay together and did the same kind of work at this time in history. It appears possible that the above Christian Butz and his wife Anna Barbara Roth who were in Asbacher Hutte in 1732 could either be the parents of or a brother or cousin to Johann Georg Butz. The first 3 above mentioned men were all at Grafenbacher Hutte some time between 1729 and 1732. Personally, I suspect that Johann Georg Butz is the son of 1 of those 3 mentioned men, most likely Christian, as both our Johann Wilhelm (John William) and a Christian Butz, immigrated tos Ringwoosd, NJ and later went to Goshenhoppen (named Bally currently), Pennsylvania and worked in iron forges. Often children were given the first names of their fathers and or grandfathers and we have both the names of Johann and Christian in our particular senario. The other "John" named Johannes Butz and his wife Anna Margaretha do not appear to have been in Asbacher Hutte and both Christian and Johann Georg were in Asbacher Hutte within 14 years of one another (Christian 1732 and Johann Georg 1746 on.). Our Johann Wilhelm (John William) Butz does not have children births recorded until Sep. 1762. They married young then and most men were married by the time they were about 20. If he was 20 or 21 at the time of his first child's birth then he would have been born around 1742. Johann Georg Butz is listed as being at Asbacher Hutte from 1746 on with the next record being his wife's death at Kastel iron forge in 1772. Since Johann Wilhelm is listed as being from Asbacher Hutte at the time of his marriage (1746 on) and no apparent record appearing until his wife's death in 1772 then it is very likely that Johann Georg Butz is Johann Wilhelm Butz's father.

Generation 1 in Europe: I...I...I...I...I...I...I
It is likely that 1 of the 2 following couples ( "A." or "B." ) are the BUTZ European parents.
A. Johann Georg BUTZ and Maria Margaretha PAULI who lived in Hammer Katzenlocher, ____, GER (1737-1742) and Asbacher Hutte, Rheinland-Pfalz, GER (1746) and Kastel (Kastel Iron Forge), _____, GER where Maria Margaretha PAULI BUTZ died on 12 DEC 1772. Johann Georg BUTZ was a Sponsor at the Baptism of and for the 1st child of our Johann Wilhelm BUTZ and Maria Magdalena KURTZ, Anna Catharina BUTZ 16 SEP 1762 at Stummenhammer, Germany. Anna Catharina ELTZ was the other Sponsor and very possibly could have been the sister or cousin of Leonard ELZ/ ELTZ who was the 2nd husband of Maria Magdalena KURTZ's mother Agnes STEFFENS KURTZ (see above the family of Ludwig KURTZ and Agnes STEFFENS.) Johann George BUTZ had a 2nd marriage on 24 AUG 1773 in Birkenfeld, _____, GER to Maria Elisabeth HERSCHBACH of Birkenfeld, GER, it is unknown if they had any children.) A close relative would be a Sponsor at a person's child's Baptism so, this Johann George BUTZ definitely is related to our Johann Wilhelm BUTZ!
or
B. Johannes BUTZ and Anna Margaretha ______ who were in Gafenbacher Hutte, _____, GER (1737-1742), KatzenlocherHammer, _____, GER (1737-1742) and Sensweiler Hammer, _____, GER (1758.)

Both of these men obviously worked at a "Forge" (Hammer), are alive in Germany and working around the time our Johann Wilhelm BUTZ would have been born. It is of particular interest that Johann Georg BUTZ was in the same town as the town from which our Johann Wilhelm BUTZ was at the time of his marriage (Asbacher Hammer, Germany.) It was most common that a son would follow in the same work as his father did at this time in History, in this case, Hammersmith (worked at a Forge) and that both our Johann Wilhelm BUTZ and a Christian BUTZ immigrated to Ringwood, Passaic, New Jersey, USA to work at an iron forge. Many of the Germans who worked at this Ringwood Forge were known as "Hasenclever or Hasenclever's Germans. Mr. Hasenclever was responsible for 535 Germans immigrating with their wives and children to this area of New Jersey to work in the Iron Forges. These were a part of thousands of Germans emmigrating from the Rhine River Area of Germany and Switzerland to the USA in what is known widely as the "Palatine Immigration." Both our Johann Wilhelm "John William" BUTZ and Christian BUTZ led a migration to Goshenhoppen (now called Bally), Pennsylvania to concentrate upon an Iron Forge there. Both did purchase one and built one called Upper Mount Pleasant. The economic depression following the Revolutionary War caused many businesses to be sold and theirs was one of them. The possibility of Johann and Christian being brothers is quite high however, after 2 wonderful Pennsylvania cousins (Jane and Helen) have searched most diligently, no birth records of either Johann or Christian have yet been found.]

 

 Nachfolgende Quelle : Mineralienatlas Online   Verfasser: rtbstone

Sensweiler

 

um 1700 Anlage eines Stahlhammers durch die Familie Clarenbach aus Lennep

 

20.06.1716 Verkauf des Stahlhammers durch Johannes Clarenbach an Abraham Melchior, Eisenhüttenherr zu Hachenburg; gleichzeitig wild- und rheingräflicher Erbbestand für Abraham Melchior zum Betrieb des Stahlhammers sowie zur Errichtung eines zweiten gleichartigen Werkes

 

19.06.1727 Wild- und rheingräflicher Erbbestand für Abraham Melchior zum Bau eines zweiten Stahlhammers

 

1736 Dreijährige Pacht der Sensweiler Stahlhämmer durch die Firma Stumm

 

19.12.1737 Verkauf der beiden Stahlhämmer durch Abraham Melchior an die Fa. Stumm

 

19.05.1752 Wild- und rheingräflicher Temporalbestand für die Gebr. Stumm zum Betrieb aller Eisenwerke im Amt Wildenburg; Laufzeit: 10.05.1753-10.05.1773

 

15.07.1772 Verlängerung des wild- und rheingräflichen Temporalbestandes für Johann Heinrich Stumm zum Betrieb aller Eisenwerke im Amt Wildenburg; Laufzeit: 10.05.1773-10.05.1793

 

um 1800 1 Eisenhammerwerk

 

Allenbach
08.02.1439 Hintersponheimisches Monopol zum Eisenerzabbau bei Dill ("Ysenberg by Dille") und der gesamten hinteren Grafschaft Sponheim sowie zur Errichtung und zum Betrieb von Verhüttungsanlagen bei Allenbach für Hans Kollenbrenner aus Hellenthal/Eifel, Johann den Meyer aus Morbach sowie dessen Sohn Klaus (keine schriftlichen Nachweise des Bestandes überliefert)
17.07.1795 Konzession für Johann Matthias Sauermilch sowie Christoph und Jakob Cullmann zur Umwandlung der unteren Allenbacher Kupferschmelze in ein Eisenhammerwerk
05.10.1801 Kaufmann Franz Langguth aus Trarbach erwirbt zwei Drittel des Hammerwerkes (Cullmann´schen Anteile)
13.01.1802 Gebr. Stumm erwerben das gesammte Hammerwerk von Langguth und Sauermilch
um 1800 1 Großhammer
2 Frischfeuer
       

 

Hammerbirkenfeld

 

12.05.1714 Memoriale von Johann Nikolaus Stumm an die Markgräfin von Baden zum Zweck der Errichtung eines Eisenwerkes

 

10.03.1715 Badischer Erbbestand zum Bau und Betrieb eines Eisenhammerwerkes an Johann Nikolaus Stumm

 

08.10.1715 Zerstörung des Eisenhammerwerkes in der vierherrischen Hottenbacher Pflege durch rheingräflich-wildenburgische Bauern unter Führung ihres Amtmannes Caesar

 

05.03.1716 Wild- und rheingräflicher Erbbestand zum Bau und Betrieb eines Eisenhammerwerkes für Johann Nikolaus Stumm

 

Frühjahr 1716 Kurtrierischer Erbbestand zum Bau und Betrieb eines Eisenhammerwerkes für Johann Nikolaus Stumm

 

12.01.1720 Solms-Rödelheimischer Erbbestand zum Bau und Betrieb eines Eisenhütten- und Hammerwerkes für Johann Nikolaus Stumm

 

1747 Errichtung eines zweiten Hammerwerkes durch die Gebr. Stumm

 

12.04.1760 Kurtrierischer Erbbestand für das zweite Eisenhammerwerk

 

21.10.1760 Wild- und rheingräflicher Erbbestand für das zweite Eisenhammerwerk

 

22.01.1761 Badischer Erbbestand für das zweite Eisenhammerwerk

 

07.09.1784 Beschädigung der Wehre von Hammerbirkenfeld und Asbacher Hütte durch Einwohner der Gemeinden Oberhosenbach und Breitenthal unter Führung des Müllers Werner von der Schielenbacher Mühle

 

um 1800 2 Hammerwerksbetriebe

 

Katzenloch
27.02.1758 Wild- und rheingräflicher Temporalbestand für Gebr. Stumm zum Bau und Betrieb eines Hammerwerkes: Laufzeit: 27.02.1758-10.05.1773
15.07.1772 Erneuerung des Temporalbestandesder Eisenwerke im Amt Wildenburg für die Gebr. Stumm; Laufzeit: 10.05.1773-10.05.1793
um 1800 2 Hammerwerke
1 Schneidwerk
       

 

Thalveldenz
01.08.1725 Landesherrliche Genehmigung zur Erteilung eines kurpfälzischen Erbbestandes an die Gesellschafter Johann Philipp und seinen Sohn Matthias Pölger sowie Anton Keuth zur Wiederinbetriebnahme eines aufgelassenen Eisenerzbergwerkes im Oberamt Veldenz und zum Aufbau und Betrieb eines Eisenhüttenwerkes
31.01.1730 Erbbestand für Goswin Winterroth zum Abbau aller in der Grafschaft Veldenz liegender Erzvorkommen und zur Errichtung und zum Betrieb entsprechender Verhüttungsanlagen
um 1735 Stillegung des Hochofenwerkes
1746 Goswin Winterroth verkauft die im Erbbestand erworbenen Bergbaukonzessionen, die Kupferverhüttungsanlage sowie das Eisenhammerwerk an Johann Franz König (Enkirch) und Johann Nikolaus Stumm (Hammerbirkenfeld)
23.03.1746 Übertragung des Erbbestandes vom 31.01.1730 von Goswin Winterroth auf König und Stumm
24.05.1769 Christian König verkauft den Veldenzer Hammer, der zuvor zu einem Drittel seiner Mutter, der Witwe von Johann Nikolaus Stumm gehört hatte
um 1800 Das Hammerwerk besteht aus:
1 Hammerwerk
2 Frischfeuer

Weiperath
13.03.1773 Kurtrierische Konzession für den Gonzerather Müller Wilhelm Dietz zur Errichtung und zum Betrieb eines Hammerwerkes
um 1780 Bau des Hammerwerkes durch Dietz
11.03.1790 Öffentliche Versteigerung des Hammerwerkes; Steigerer: Gebr. Stumm
um 1800 1 Hammerwerk
1 Goldhammer
1 Frischfeuer

Weitersbach
04.12.1700 Wild- und rheingräflicher Erbbestand für die im Hochgericht Rhaunen ansässigen Anton Steil, Michael Jäger, Heinrich Heintz, und Hans Adam Müller (Strohmänner des Montanunternehmers Remacle Joseph Hauzeur) zum Bau und Betrieb einer Eisenhütte
09.02.1705 Wild- und rheingräflicher Erbbestand zum Ausbau und Betrieb eines Eisenhüttenwerkes für den Hüttenmeister Peter Pastert
16.07.1705 Kurtrierischer Erbbestand für Peter Pastert
06.05.1711 Kurtrierische Bestätigung des Erbbestandes
13.08.1718 Erneute kurtrierische Bestätigung des Erbbestandes für Peter Pastert
28.11.1753 Erneuerung des wild- und rheingräflichen Erbbestandes für Peter Pastert d.J.
19.01.1786 Georg Peter Pastert verpachtet die Hütte an Johann Gideon Gienanth (Winnweiler Hütte); Laufzeit: 01.07.1786-30.06.1794
28.08.1793 Ankauf des Eisenhüttenwerkes durch die Gebr. Stumm
um 1800 1 Hochofen
1 Hammerwerk

Züsch
um 1627 Nachweisliches Vorhandensein eines Eisenhüttenwerkes bei Züsch
um 1635 Zerstörung des Eisenhüttenwerkes
seit 1655 Das Eisenhüttenwerk hat seinen Betrieb wieder aufgenommen
um 1662 Jean Mariotte ist Besitzer der Werksanlagen
10.05.1694 Hunolsteiner Temporalbestand zum Betrieb eines Eisenhüttenwerkes für Remacle Joseph Hauzeur; Laufzeit: 30.05.1694-04.06.1724
04.03.1721 Verlängerung des Temporalbestandes vom Jahre 1694; Laufzeit: 04.06.1724-09.06.1737
10.10.1733 Verlängerung des Temporalbestandes vom Jahre 1694; Laufzeit: 09.06.1737-03.05.1740
30.10.1734 Kurtrierische Sequestrierung des Züscher Lehens; als Folge des Sequesters kam das Eisenhüttenwerk bald zum Stillstand
29.09.1765 Hunolsteiner Konzession für Leopold Choisy zum Aufbau und Betrieb eines Eisenhammerwerkes am Standort des Hammers des ehemaligen Eisenhüttenwerkes
um 1780 Unternehmer Alberti gelangt in den Besitz des Hammerwerkes
1784 Alberti verkauft das Hammerwerk an Heinrich Detmar Pastert
um 1800 1 Hammerwerk
1 Frischfeuer

 

Der Schwarze Peter

Der Schwarze Peter

 

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Der Mainzer Journalist und Buchautor Ernts Probst hat ein Buch über den Schinderhannes-Komplizen Peter Petri den Älteren veröffentlicht: Er soll ein Kartenspiel erfunden haben

Räuber zog ersten Schwarzen Peter

Während der Haft in Paris soll der Köhler das Kartenspiel erfunden haben

Jedes Kind kennt dieses Spiel und doch wissen wohl nur die wenigsten, woher es stammt: Der Mainzer Journalist und Buchautor Ernst Probst will nun den "Erfinder" des beliebten Kartenspiels "Schwarzer Peter" ausgemacht haben. Er veröffentlichte ein Buch über den Hunsrücker Köhler und Räuber Peter Petri den Älteren, der als "Schwarzer Peter" ein Komplize des legendären Schinderhannes war und während seiner Haft in einem Gefängnis bei Paris 1812 das gleichnamige Kartenspiel entwickelt haben soll.

HUNSRÜCK. Während seiner Haft im Gefängnis von Bicêtre nahe Paris hatte der Gefährte des Schinderhannes, Peter Petri der Ältere, auch bekannt als "Schwarzpeter" oder "Schwarzer Peter" vermutlich viel Zeit. Hier soll der Köhler und Holzfäller, der seit 1797 mit Johannes Bückler, dem Schinderhannes, im Hunsrück und an der Nahe unterwegs war, das gleichnamige Kartenspiel erfunden haben. Das schreibt Ernst Probst, Journalist, Autor und Verleger aus Mainz, in seinem neuesten Buch "Der Schwarze Peter, ein Räuber im Hunsrück und Odenwald". Probst bezieht sich damit auf Erkenntnisse seriöser Schinderhannes-Forscher wie Dr. Peter Bayerlein. Auf 135 Seiten nimmt er das Leben des am 24. März 1752 in Burgen an der Mosel geborenen, späteren Komplizen des Schinderhannes unter die Lupe.

"Im 19. Jahrhundert war der Ganove "Peter Petri der Ältere" unter dem Namen "Schwarzer Peter" wesentlich populärer als der legendäre Johannes Bückler, der heute als berühmtester deutscher Räuber bezeichnet wird", sagt Probst. Peter Petri der Ältere habe im Hunsrück und Odenwald mit Viehdiebstählen, Einbrüchen, Überfällen und Gewalttaten für Angst und Schrecken gesorgt.

Besuch von Bückler

Bei Besuchen in Hüttgeswasen bei Allenbach sei ihm der "Schwarze Peter" immer wieder in den Sinn gekommen, so Probst, weil der Holzfäller, Köhler und spätere Verbrecher mit seiner Familie zwischen 1780 und 1792 in einer kleinen Hütte in Hüttgeswasen am Fuße des Erbeskopfes lebte. Nach dem Umzug nach Lauschied bei Kirn öffnet Peter Petri der Ältere im Spätsommer 1797 einem jungen Mann die Tür seines Hühnerhofs. Dem 45-Jährigen steht der berühmteste Räuber des Hunsrücks gegenüber: Der damals 19 Jahre alte Johannes Bückler sucht für mehrere Wochen bei der Familie des "alten Schwarzpeter" Unterschlupf.

Während dieser Zeit beteiligt sich der Mann mit den dunklen, langen Haaren und der kräftigen Statur, der ebenso brutal wie liebevoll sein konnte, mit der Schinderhannes-Bande an einem nächtlichen Einbruch in ein Haus in Bärenbach. Dort stehlen sie Bettzeug, einige Säcke voller Wolle und Leinentücher - ein nach den damals im Hunsrück gültigen französischen Gesetzen "todeswürdiges Verbrechen".

Ein Raubüberfall in Spall, ein Pferdediebstahl in Ellern und sogar ein Mord an dem jüdischen Viehhändler Simon Seligmann aus Seibersbach am 12. August 1798 gehen auf das kriminelle Konto des Schwarzen Peters. Im September 1798 wird er auf dem Dreiweiher Hof bei Hallgarten, nördlich von Obermoschel im Alsenztal, verhaftet.

Zunächst ist seine Identität nicht eindeutig geklärt, doch ein Simmerner Justizbeamter kann ihn schließlich identifizieren. In Simmern wird der des Mordes Beschuldigte in den Gefängnisturm gesperrt. Wenige Wochen später gelingt dem Schwarzen Peter die Flucht. Von Kleinweidelbach aus, wo ihn ein Mann namens Heller von den Ketten befreit, flieht der Räuber auf die rechte Rheinseite in den Odenwald. Als der Schinderhannes 1802 in Mainz verhört wird, schiebt er alle Schuld im Mordfall Simon Seligmann dem alten Schwarzpeter zu.

Am 14. Januar 1802 überfallen der Schinderhannes, der Schwarze Peter und drei andere Räuber den Müller Adam Kratzmann aus Merxheim, im April desselben Jahres nimmt der Schwarzpeter an der "Räuberparade" des Schinderhannes vor der Olmühle von Wilhelm Bollenbach bei Oberhausen an der Nahe teil.

Während der Verhaftung des Schinderhannes hält sich der Schwarzpeter im Soonwald auf und entgeht so den Behörden. Am 20. November 1803 wird Johannes Bückler in Mainz hingerichtet. Doch die kriminelle Karriere des Schwarzen Peters geht weiter: Unter anderem ist er mit der Bande des "Hölzerlips" plündernd unterwegs. Festgenommen wird der Schwarze Peter am 5. Mai 1811, nach einem Überfall auf eine Postkutsche, an dem er aber gar nicht beteiligt war.

Nach Mainz ausgeliefert

Am 11. November 1811 wird er an die französische Verwaltung in Mainz ausgeliefert. Hier wird er zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt, die er im Gefängnis in Bicêtre bei Paris absitzt. Hier soll er auch das Kartenspiel "Schwarzer Peter" erfunden haben und nach mehreren Jahren des Dahindämmerns schließlich im Säuferwahn gestorben sein. Nach seinem Tod gelangte sein Leichnam in das Anatomische Institut der Universität Heidelberg. Während das Skelett des Schinderhannes aber noch heute in Heidelberg aufbewahrt ist, gilt das des Schwarzen Peters als verschollen. Im übrigen soll der "alte Schwarzpeter" 1817 noch einmal in der Treberhannes-Hütte im Soonwald gesehen worden sein, was - so zitiert Ernst Probst den Mainzer Historiker Bayerlein, aber wohl eher eine Legende ist: "Völlig auszuschließen ist es aber nicht, dass der alte Schwarzpeter nach dem Zusammenbruch des französischen Kaiserreichs 1814 plötzlich wieder freigelassen wurde und in den Hunsrück zurückkehrte."     Elisabeth Storz                                                                            Nahe Zeitung vom 24.02.2005